Nerofix Community - Die Lehre aus dem Bankrott deutscher sozialer Netzwerke
Posted: 17.09.2017 - Views: 10519 - Comments: 271
Netblog #84
Hallo zusammen,

vielleicht ist es Ihnen nicht entgangen, doch letzte Woche geisterte mal wieder eine Meldung durch unsere Medien, deren Informationsgehalt erneut die ganze Misere der hiesigen Presselandschaft offenbarte:

Das soziale Netzwerk "StudiVZ" - einst Pionier in Deutschland - hat laut Medienberichten aufgrund Überschuldung Insolvenz angemeldet.

Bis dahin mag die Meldung noch stimmen, doch was dann folgt, kann man getrost als den gezielten Versuch der Verdummung seiner Leser bezeichnen, nämlich die Angabe "Es war wegen Facebook, und Facebook habe 2 Milliarden Nutzer".

Zum einen muss man schon ziemlich leichtgläubig gegenüber unserer Presse sein, um überhaupt zu glauben, dass sich auch nur ein einziger Journalist die Mühe gemacht hätte, alle Nutzer von Facebook anzuklicken und nachzuzählen, und dann zum Ergebnis 2.000.000.000 gekommen wäre.

Zum anderen behaupten noch nicht einmal die Betreiber der Plattform, es wäre wegen Facebook gewesen, was auch nicht richtig wäre, denn Insolvenz meldet man an, wenn nicht (mehr) genügend Kapital vorhanden ist, um offene Forderungen begleichen zu können.

Man hat sich ja schon irgendwie daran gewöhnt, von der deutschen Presse nicht mehr weiter über Hintergründe zu eigentlich wichtigen Themen informiert zu werden, wie zum Beispiel das "Netzwerkdurchsuchungsgesetz", auf das wir später noch zurück kommen.

Zwei große Auffälligkeiten gibt es jedoch:
- In der deutschen Presse wird grundsätzlich nie über deutsche, soziale Netzwerke berichtet, es sei denn, sie gehen vom Netz und schalten die Lichter aus.
- In der deutschen Presse werden nur ganz bestimmte amerikanische Netzwerke durch Falschinformationen gelobt und erst salonfähig gemacht, während sämtliche andere Netzwerke die es auf der Welt gibt, durch Falschinformationen schlecht dargestellt werden, oder gleich gänzlich verschwiegen werden.

Die Frage also, wieso ist das so? Dieser Frage ist Nerofix diesmal etwas genauer auf den Grund gegangen, denn natürlich stellt es auch für unser Netzwerk einen gewissen Nachteil dar, wenn unsere Existenz in den Medien komplett verschwiegen wird und dabei gleichzeitig nur Schleichwerbung in als Artikel getarnter Form in der Presse verbreitet wird.

Als erstes haben wir also das getan, was eigentlich seriöser und qualitativer Journalismus getan hätte: Wir haben recherchiert.

Uns hatte es sehr stutzig gemacht, dass in sämtlichen Zeitungen, also auch in allen TV-Nachrichten zu fast 100% der gleiche Wortlaut verwendet wurde, der gleiche Satzbau, als auch die gleiche Strukturierung und gleicher Aufbau der Meldung über StudiVZ. Dies wiederum hat uns an die Meldung über das Ende des sozialen Netzwerks "Wer-Kennt-Wen" erinnert, welche ebenfalls im selben Stil verfasst wurde.

Wenn unsere Medien also alle so gleichgeschaltet sind, dann kann es nur zwei Gründe haben: Sie werden gezielt gesteuert, oder sie schreiben einfach alle nur irgendwo ab. Leider haben unsere Recherchen ergeben, dass sogar beides zutreffend ist.

Der Vorwurf des Abschreibens konnten wir recht schnell ausfindig machen, in dem wir auf die Suche nach der ursprünglichen Quelle der Meldung gingen: Alle Medien, wirklich alle Medien haben bei der Agentur "Reuters" abgeschrieben und im Prinzip nur mit wenigen eigenen Worten die Meldung, ohne einen Hauch eigener journalistischer Prüfung, übernommen.

Dass auch bei "Reuters" niemand sitzt, der 2.000.000.000 Benutzerkonten einer Plattform durchzählt, muss eigentlich nicht erwähnt werden. Von wem also kann diese Falschmeldung nur stammen? Nur von einem Auftraggeber, welcher ein finanzielles Interesse an der Verbreitung dieser Falschmeldung hat. Denn dann stellt sich nämlich die nächste Frage, was überhaupt "Facebook" in einer Meldung über einen Insolvenz-Antrag eines deutschen Unternehmens zu suchen hat?

Und selbst wenn Facebook Schuld am Bankrott deutscher Unternehmen sein sollte, dann ist das gefälligst zu verurteilen, nicht auch noch zu loben - ihr total verblödeten Maulhuren der deutschen Presselandschaft!

Genug geschimpft! Doch wer bestimmt eigentlich die Themen der deutschen Presse - und somit auch der deutschen Politik? Betrachtet man die uns vorgesetzten Themen und geht diversen Hinweisen nach, landet man zwangsläufig immer bei einer einzigen Quelle: Dem amerikanischen "Council on Foreign Relations (CFR)".
Wie es der Zufall will, haben wir hier eine Graphik gefunden, die sehr anschaulich aufzeigt, wie unsere Medien fremdgesteuert uns nur die Themen vorgeben, über die wir wissen und denken sollen: Graphik anzeigen.
Zwar kennen wir diese Schweizer Gruppe nicht näher, die diese Graphik erstellt hatte, wer jedoch genauer die Informationen dieser Graphik recherchiert, wird verblüfft festellen, wie erschreckend nahe dran die aufgezeigten Informationen der Wahrheit entsprechen.

Viel weiter möchten wir dieses Thema an dieser Stelle auch nicht behandeln, bekannt ist nur, dass auch, und gerade Internet­unternehmen wie Google und Facebook auf höchster Ebene in das Netzwerk des Councils eingebunden und an dessen internationalen Operationen beteiligt sind.

Das erklärt auch, warum entweder nie oder nur negativ über deutsche soziale Netzwerke berichtet wird. Doch es gibt aus deren Sicht immer noch ein Problem: Das freie Internet, in dem jede Person seine Kritik der Welt mitteilen kann. Daher sollen möglichst viele Menschen nur in die Netzwerke eingespannt werden, in denen Kritik entweder der "Netiquette" des Netzwerks dienlich ist, oder durch computergestützte Algorithmen verblasst werden kann. Menschen sind nun mal steuerbar, die Kunst ist es nur, sie einfach nur uninformiert darüber zu lassen.

Kein deutsches soziales Netzwerk hat Lobbyisten im deutschen Bundestag sitzen. Und was denkt ihr, wer schickt da ständig Lobbyisten hin und verteilt Flugblätter an unsere Abgeordneten....? Ihr erster Gedanke ist in dem Fall richtig!

Und das ist auch eine prima Überleitung zum Anfangs erwähnten und von CDU, CSU und SPD beschlossenen Netzwerkdurchsuchungsgesetz. Sie kennen das noch nicht? Dann ist das auch Absicht, denn kennen sollen sie nur die "Ehe für alle", die sie zwar höchstwahrscheinlich gar nicht betrifft, aber der Sie aus politischer Korrektheit irgendwie doch zustimmen würden.

Was genau also hat es mit diesem Netzwerkdurchsuchungsgesetz auf sich? Bei genauerer Betrachtung ist es nun staatlicherseits möglich, ganz legal einen Spionage-Virus auf ihrem Mobiltelefon, Ihrem Smart-TV, Ihrem Computer, in Ihr Auto und wenn es beliebt sogar in die Software Ihres modernen Kühlschrankes oder Herdes zu kopieren. Begründung dazu war wieder einmal der Terrorismus und das die amerikanischen Netzwerke nicht dazu bereit sind, die Kommunikationsdaten von Terroristen an deutsche Sicherheitsbehörden zu übergeben. Statt solche Netzwerke einfach zu verbieten, wird lieber das gemacht, was sogenannte "Hacker" tun, nämlich unbemerkt in Ihre Privatsphäre einzubrechen und Sie auszuspionieren. Klar, wenn die Leute sich ohnehin freiwillig Spionage-Viren, wie z.B. "WhatsАpp" und ähnliches, installieren, dann soll es der Staat auch dürfen. Doch für wen gilt nun dieses Netzwerkdurchsuchungsgesetz? Auf jeden Fall nicht für die sich im Ausland befindlichen Unternehmen, die als Ursache für dieses Gesetz hergenommen wurden. Aber denken Sie lieber über die "Ehe für alle" nach, dann fällt ihnen auch das nebenbei abgeschaffte Bankgeheimnis nicht auf!

Kommen wir nun jedoch zurück zum Thema und der Tatsache, dass sich Nerofix als Mitbewerber alles andere als darüber freut, dass StudiVZ die Insolvenz eingereicht hat. Wie auch schon bei Wer-Kennt-Wen liegt es uns fern, sich in irgendeiner Art darüber zu freuen, wenn ein deutsches Unternehmen den Bach runter geht. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und führt am Ende zu mehr Qualität. Erwähnt sei hier, dass wir Facebook nicht als Konkurrenz ansehen, denn dieses Unternehmen steht in keinem fairen Wettbewerb und finanziert sich durch in Deutschland rechtswidrige Geschäftsmethoden und das quasi Ausklinken gesetzlicher Steuerzahlungen. Kein deutsches Unternehmen darf auf diese Weise geschäftlich tätig sein, Facebook und Google dürfen es - irgendwie - und kaufen sich lieber in regelmäßigen Abständen zu Spott-Preisen von der Justiz frei.

Doch wie ist das möglich und wer trägt die Verantwortung dafür? In allererster Linie ist dies ein politisches Problem, welches viele unserer Politiker entweder ignorieren, oder sich nicht trauen anzugehen, da ihnen ihre eigene "Facebook"-Karriere wichtiger ist, als das Wohl ihrer Wähler. Danach tragen die Medien eine große Mitschuld, denn wenn sie früher noch über die rechtswidrige Vorgehensweisen von Facebook und Google informierten, haben sie sich zwischenzeitlich selbst abhängig von diesen Unternehmen gemacht und können heute folglich auch nicht mehr neutral darüber berichten, und machen sogar noch Werbung dafür. Dann ist klar, dass niemand in Deutschland ein soziales Netzwerk aus Deutschland kennt, sie werden allesamt medial benachteiligt.

Eine ebenfalls nicht wegzudenkende Schuld - auch wenn sie es nicht hören und erst recht nicht wahrhaben wollen - haben aber auch die Nutzer. Wer rechtswidrigen Geschäftsbedingungen (gelesen oder ungelesen) zustimmt, kann nicht ganz helle in der Birne sein. Als StudiVZ damals Werbemaßnahmen im bisher werbefreien Netzwerk ankündigte, gab es einen riesen Aufschrei und viele sprangen ab. Heute haben sie mit Facebook und Google nicht nur Werbemaßnahmen, sondern helfen den Unternehmen auch noch dabei, sich selbst und den kompletten Familien- und Freundeskreis ausspionieren zu lassen. Wenn dann die Meldung in den Nachrichten erscheint, "Facebook habe mehr als 2 Milliarden Nutzer", dann sollte das weniger ein "Wow!" erzeugen, sondern eigentlich der Politik Druck machen, endlich mehr Geld in Bildung zu investieren. Aber nein, lieber wird seitens der Politik auch noch Geld in Facebook investiert, um somit deren Nutzern ihre Politik als die einzig wahre gute Politik darzulegen. In dieser Sache unterscheidet sich selbst die AfD nicht von anderen Parteien und konnte auch auf Nachfrage nicht antworten, ob Unternehmen wie Facebook und Google nun gut für die Gesellschaft sind oder eher nicht.

Doch legen wir nun mal den Fokus wieder auf deutsche soziale Netzwerke. Warum haben es diese - abgesehen von der ausbleibenden politischen und medialen Unterstützung - so schwer, überhaupt ein soziales Netzwerk mindestens so zu betreiben, dass es mehr als nur ein paar Jahre überlebt?

Hierfür gibt es aus unserer Sicht gleich mehrere Gründe. Der erste Grund hat sicherlich auch etwas mit der Netzwerk-Leitung zu tun, denn man setzt schlicht auf's falsche Pferd. Man möchte seinen Kunden die Ware "kostenlos" anbieten, um somit möglichst viele Kunden zu generieren. Und in der Tat, auf kostenlos scheinen viele hereinzufallen, und schwups hat man zwar schnell viele Kunden, aber noch mehr schwups hat man noch viel mehr Schulden. Es braucht also einen Investor der kurzfristig für mehr Liquidität sorgt, langfristig aber Geld verdienen möchte. Bei Wer-Kennt-Wen war es RTL, bei StudiVZ war es Holtzbrink. Es ist durchaus legitim, dass Investoren Geld verdienen möchten. Doch in beiden Fällen wurde das Geld nur in eine Hoffnung investiert, nämlich dass irgendwann in Zukunft, irgendwie durch Werbeeinnahmen genügend Geld umgesetzt wird, um die Kosten der "kostenlosen" Kunden zu decken, und die dem Investor zugesagten Renditen auszahlen zu können.

Doch Werbung - und das betont auch Nerofix immer wieder - deckt nur einen Bruchteil der Kosten, die die Mitglieder dem Netzwerk bescheren. Ein Netzwerk nur durch Werbemaßnahmen am Leben zu erhalten, ist und bleibt ein Verlustgeschäft. Es lebe also der Datenverkauf.... aber der ist in Deutschland für die deutschen Unternehmen (noch) gesetzlich untersagt. Was selbstverständlich begrüßenswert ist!

Was ist also die Lehre aus dem immer wieder absehbaren Bankrott deutscher sozialer Netzwerke?

Alle - wirklich alle müssen mithelfen, dass so etwas nicht passiert. Dies fängt bei der Geschäftsleitung an, und hört bei den Nutzern auf. Betreiber sozialer Netzwerke müssen ihren Nutzern eine Möglichkeit bieten, im Fall der Fälle die Insolvenz zu vermeiden. Wer als Betreiber seine Kunden außen vor lässt und sich lieber auf Investoren oder Werbetreibende verlässt, der führt seine Nutzer mit in den Untergang. Wer heute noch ernsthaft in einem deutschen sozialen Netzwerk aktiv ist, welches zu 100% kostenlos und werbefinanziert angeboten wird, der sei deshalb schon mal gewarnt: Es ist nur eine Frage der Zeit, und schon muss man sich wieder woanders registrieren, all seine Fotos etc. neu hochladen, und all seine Freunde wieder überzeugen, sich ebenfalls neu zu orientieren.

Warum schreiben wir überhaupt darüber? Wie schon Anfangs erwähnt, es geht uns mitnichten darum, Geschäftspraktiken anderer Netzwerke schlecht zu reden, gleiches gilt für deren Nutzer. Dieser Info-Blog ist nur an die Nutzer von Nerofix gerichtet, auf die wir größtenteils mächtig stolz sind. Wir bieten den Mitgliedern als Alternative zu Werbeflut und Datenverkauf das Geschäftsmodell der Solidarmitgliedschaft an. Zwar machen wir damit keine riesen Umsätze, dank hoher Steuerlast auch selten Gewinne und reich werden wir damit auch nicht - aber wir schreiben immerhin schwarze Zahlen und haben keine Schulden im Millionenbereich.

Deshalb, trotz aller Kritik manch geizhälsiger Mitglieder, aber nur aufgrund unserer mitdenkenden Solidarmitglieder können wir eins versprechen: Uns gibt es und uns wird es immer geben, solange genügend Solidarmitglieder treu an unserer Seite stehen!

Ob "Werkenntwen", "Lokalisten", "Freizeitfreunde", "StudiVZ" und all die anderen werbefinanzierten Netzwerke, die nach nur wenigen Jahren den Bach runter gingen: Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, warum Nerofix auf die Solidarmitgliedschaft setzt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Daher möchten wir diesen riesen Blogeintrag mit den freundlichen und lehrreichen Worten beenden:
"Sei nicht dumm, werde Solidarmitglied, denn es ist unser aller Überlebensversicherung!"

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